Raspberry Pi als Media-Player

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Will man Musik und Videos von Speichermedien (USB-Stick, USB-Platte), aus dem lokalen Netz (PC, NAS), vom Smartphone und aus dem Internet auf dem Fernseher und der Stereoanlage im Wohnzimmer abspielen, sieht man sich mit einem heterogenen Angebot konfrontiert: Chromecast, Apple TV, BlueRay-Player mit DLNA- und VOD-Unterstützung und Media-Boxen verschiedener Hersteller (WD, Philips, Popcorn). Die Preise liegen zwischen 35 (Chromecast) und mehreren Hundert Euros. Für rund 70 Euro kann man sich eine Lösung auf der Basis des Raspberry Pi, Linux und der OpenSource-Software Kodi (ehemals XBMC) basteln, die von der Leistungsfähigkeit und dem Funktionsumfang den obigen Lösungen entspricht, weitaus flexibler konfigurierbar ist und deren Software ständig weiter entwickelt wird. Der Aufbau eines solchen Geräts erfordert keine Hardware-Kenntnisse und nur mäßige Software-Kompetenz.

Hardware

Konfiguration

Raspberry B+

Die Minimalkonfiguration eines Raspberry Pi besteht aus

  • Platine mit CPU und Schnittstellen. Ich habe die aktuelle Version B+ verwendet, mit Ethernet, 4 x USB, HDMI (Video + Audio digital), 3,5mm-Klinke (Audio + Video analog)

  • Gehäuse, gibt es in schwarz, weiss und transparent

  • Netzteil 5V / 1A mit Micro-USB-Anschluss wie es auch für die meisten (Android-)Smartphones verwendet wird.

  • Micro-SD-Speicherkarte, 8 GB oder mehr.

  • optional: WLAN-Adapter (USB)

  • Eingabegerät: USB-Tastatur, IR-Fernbedienung (zusätzliche HW) oder Smartphone über WLAN. Ich habe die Smartphone-Lösung verwendet.

Bei der Speicherkarte kann es zu Kompatibilitätsproblemen kommen. Im Internet findet man zwar Kompatibilitätslisten, aber die Wahrscheinlichkeit, dass das die günstigen Karten aus dem Elektronikmarkt oder vom Online-Händler dort nicht aufgeführt sind, ist recht hoch. In meinem Fall war das so, aber die Karte hat problemlos funktioniert.

Aufbau

Der Aufbau ist trivial: Platine in die Bodenplatte des Gehäuses stecken, Gehäuse aufstecken, Gehäusedeckel aufsetzen.

Raspberry im Gehäuse, ohne Deckel

Der fertige Raspberry

Software-Installation

Für den Betrieb als Media-Player wird ein Betriebssystem und eine Media-Player-Software benötigt. Als Betriebssystem wird natürlich Linux verwendet, bei der Player-Software ist Kodi (ehemals: XBMC) de facto Standard für Linux und somit auch für den Raspberry. Man könnte zuerst eine Linux-Distribution und dann den Player installieren. Da mir das mit Raspbian (Debian) nicht auf Anhieb gelungen ist, habe ich den anderen Weg gewählt und mich für openELEC, eine dedizierte Media-Player-Distribution, entschieden. Für die Installation und den Betrieb von openELEC sind keinerlei Linux-Kenntnisse erforderlich.

Für die Installation der Software braucht man

  • PC mit SD-Kartenleser
  • Betriebssystem, mit dem die Karte geschrieben werden kann. Da ich unter Linux nicht auf die Karte zugreifen konnte, habe ich die Installation unter Windows durchgeführt.
  • USB-Tastatur und USB-Maus zum Bedienen des Raspberry. Ich habe diese nur ganz zu Beginn der Installation benutzt und danach die Remote-Control-App am Smartphone.

Der Installationsvorgang ist so simpel wie der Zusammenbau der Hardware:

  • Image-Datei auf den PC herunterladen
  • Image am PC auf die SD-Karte kopieren
  • SD-Karte in den Raspberry stecken
  • Raspberry über HDMI an den Fernseher anschliessen
  • Raspberry einschalten
  • Kodi konfigurieren und benutzen

Auf openelec.tv ist die Installation detailliert beschrieben.